Archäotop Hohe Birga

24.04.2016 
Vereinsausflug nach Oberammergau

Am 24. April 2016 fand unsere diesjährige Vereinsfahrt mit den Zielen Oberhofen im Tiroler Oberland und Oberammergau in Bayern statt. Bei reger Beteiligung fuhren wir zunächst in das Heimatmuseum in Oberhofen, wo uns der Ortschronist Helmut Kirchmair durch die erst 2015 eröffnete Dauerausstellung „rätische und römische Funde in Oberhofen“ führte. Uns Besucher beeindruckten besonders die rätischen Kultfiguren und die mit dem Alpenfeldzug der Römer in Verbindung gebrachten Militaria. Im Anschluss lud das Heimatmuseum zu einem kleinen Umtrunk mit der Gelegenheit des Austauschs mit den Chronisten von Oberhofen. Dabei wurden auch Fragen der Museumsdidaktik mit Eifer erörtert.

Weiter ging die Fahrt nach Oberammergau in Bayern. Dort angekommen, stärkten wir uns zunächst in einem bayrischen Gasthof und gingen dann zum benachbarten Oberammergaumuseum, wo wir freundlich begrüßt und von einem sachkundigen Führer durch die ebenfalls neue Dauerausstellung „Kult und Kampf – Räter und Römer in Oberammergau“ begleitet wurden.

Hier werden Fundobjekte vom Döttenbichl präsentiert, eine Anhöhe südlich des Ortes, die zu rätischer Zeit als weitläufiger Opferplatz und Heiligtum genutzt wurde. Bei Ausgrabungen in den 1990er Jahren wurden hier zahlreiche Funde ausgehoben, die auf eine hier anwesende einheimische Bevölkerung vom ausgehenden 2. vorchristlichen Jahrhundert bis in die Mitte des ersten Jahrhunderts nach Christi Geburt schließen lassen. Römische Militärfunde aus der Zeit des Alpenfeldzugs 15 v. Chr. lassen ein Gefecht zwischen einheimischer rätischer Bevölkerung und römischen Militäreinheiten am Platz des Heiligtums vermuten. Nach den Kampfhandlungen wurden die Waffen von den Rätern verbrannt und der geschändete Heilige Platz gesäubert, danach ist er noch mehr als ein halbes Jahrhundert als geweihter Ort von der einheimischen Bevölkerung genutzt worden. Diesen Fundort erstiegen wir im Anschluss an den Museumsbesuch. Um hier der einstigen Wertigkeit des Ortes nachspüren zu können, müsste man sich gesondert und längere Zeit hierher begeben, so die einhellige Meinung der Fahrtteilnehmer. Nach dem Besuch des Döttenbichls begaben wir uns dann wieder auf die Heimreise.

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